Gesetze im Original lesen, am Beispiel KCanG
Ein Gesetz im Original lesen: Seit 2023 ist das Bundesgesetzblatt auf recht.bund.de verbindlich, das KCanG steht dort als Artikel 1 des Cannabisgesetzes.
Seit dem 1. April 2024 sind Besitz und privater Eigenanbau für Erwachsene in festen Grenzen erlaubt, seit dem 1. Juli 2024 auch der gemeinschaftliche Anbau in Anbauvereinigungen mit behördlicher Erlaubnis; Handel, Versand sowie Ein- und Ausfuhr bleiben verboten.
Was in Deutschland für Erwachsene gilt, Thema für Thema. Jede Angabe steht mit Quelle und dem Datum, an dem wir sie zuletzt geprüft haben.
Deutschland hat den Umgang mit Cannabis zum 1. April 2024 neu geordnet. Das Konsumcannabisgesetz (KCanG) erlaubt Erwachsenen den Besitz kleiner Mengen und den privaten Eigenanbau von bis zu drei Pflanzen; seit dem 1. Juli 2024 ist mit behördlicher Erlaubnis auch der gemeinschaftliche, nicht gewerbliche Anbau in Anbauvereinigungen möglich. Ein Handel ist nicht vorgesehen; Versand, Lieferung und Onlinehandel bleiben laut Bundesgesundheitsministerium verboten. Deshalb führt der Atlas Deutschland als teilreguliert.
Die Mengen sind klar gestaffelt. Unterwegs gelten 25 Gramm, zu Hause 50 Gramm. Wer knapp darüber liegt, begeht eine Ordnungswidrigkeit; größere Mengen bleiben strafbar. Beim Eigenanbau ist die Weitergabe an andere ausgeschlossen, und das Gesetz verlangt, Pflanzen und Vorräte vor dem Zugriff von Kindern und Jugendlichen zu schützen.
Im öffentlichen Raum knüpft das Gesetz an Orte und Uhrzeiten an: kein Konsum in unmittelbarer Gegenwart Minderjähriger, an Schulen, Spielplätzen, Jugendeinrichtungen und öffentlich zugänglichen Sportstätten samt Sichtweite, und in Fußgängerzonen nicht zwischen 7 und 20 Uhr. Im Straßenverkehr gilt seit August 2024 ein Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum, für Fahranfängerinnen und Fahranfänger sowie für alle unter 21 Jahren ein absolutes Verbot.
Die Erlaubnis endet an der Staatsgrenze. Ein- und Ausfuhr sind verboten, gleich ob das Nachbarland Cannabis toleriert oder nicht. Für ärztlich verordnetes Cannabis ist bei Reisen in Schengen-Staaten eine beglaubigte Bescheinigung nach Artikel 75 des Schengener Durchführungsübereinkommens vorgesehen; im Ziel- und Transitland gilt dessen Recht.
Die medizinische Versorgung ist getrennt im Medizinal-Cannabisgesetz geregelt. Seit dem 30. Juli 2026 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen keine Verordnungen getrockneter Blüten mehr; andere Cannabisarzneimittel sind unter Voraussetzungen weiter erstattungsfähig. Ein Gesetzentwurf zur Änderung des MedCanG (Drucksache 21/3061) wurde am 18. Dezember 2025 in erster Lesung beraten und an den Gesundheitsausschuss überwiesen. Parallel läuft die gesetzlich vorgesehene Evaluation durch das Forschungsprojekt EKOCAN, dessen zweiter Zwischenbericht im April 2026 erschienen ist.
Ausführlich erklärt der Guide Was in Deutschland heute wirklich gilt die einzelnen Regeln; den Vergleich mit den Nachbarländern bietet Europa im Überblick.
Keine Rechtsberatung. Stand: 30. September 2026.
Keine Rechtsberatung
Der Atlas fasst Gesetze und amtliche Hinweise zusammen. Er ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Maßgeblich ist der Gesetzestext in der jeweils gültigen Fassung.
Ein Gesetz im Original lesen: Seit 2023 ist das Bundesgesetzblatt auf recht.bund.de verbindlich, das KCanG steht dort als Artikel 1 des Cannabisgesetzes.
Seit April 2024 ist Cannabis für Erwachsene teilweise erlaubt. Mengen, Orte, Verkehr, Grenzen und medizinische Versorgung im Überblick, Stand Herbst 2026.
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