
Warnplakate vor Cannabis: eine Bildgeschichte
Warnplakate vor Cannabis setzten in den USA ab etwa 1936 auf Teufelsbilder, gestapelte Schlagwörter und das Versprechen, Verbotenes zu enthüllen.
Gefäße, Möbel, Licht und die Studios dahinter: Dinge, die man gern in die Hand nimmt und lange behält.
31 Geschichten

Warnplakate vor Cannabis setzten in den USA ab etwa 1936 auf Teufelsbilder, gestapelte Schlagwörter und das Versprechen, Verbotenes zu enthüllen.
Hanfstoff entsteht über Röste, Brechen, Schwingen, Hecheln, Spinnen und Weben. Erkennbar ist er am EU-Etikett, das Hanf getrennt von Leinen führt.
Hanfpapier gehört zur Frühgeschichte des Papiers: Frühe Funde aus China bestehen aus Hanffasern. Um 2001 ging Hanfzellstoff vor allem in Spezialpapiere.
Hanf im Kräuterbuch: Leonhart Fuchs ließ 1542 alle Pflanzen nach dem Leben zeichnen und in Holz schneiden, ein Teil der Auflage wurde koloriert.
Das Sicherheitszündholz geht auf Gustaf Erik Pasch 1844 zurück; die Brüder Lundström machten es marktfähig, ihr Etikett machte die Schachtel zum Designobjekt.
Ein Albarello ist ein zylindrisches Vorratsgefäß mit eingezogener Mitte. Die Form kam aus der islamischen Keramik über Valencia nach Italien in die Apotheke.
Seladons grüne Glasur entsteht aus Eisen in Ton und Glasur und einem Brand mit wenig Sauerstoff, in Longquan in China wie im Korea der Goryeo-Zeit.
Schellack ist das Harz einer in Indien heimischen Schildlaus. Daraus entstanden die Möbelpolitur French polish und bis in die 1950er Jahre Schallplatten.
Marmorpapier entsteht, wenn Farben mit Ochsengalle auf einem eingedickten Grund schwimmen und auf Papier abgenommen werden. Oft dient es als Vorsatz im Buch.
Zinn schmilzt bei rund 232 °C und ließ sich mit wenig Hitze gießen. Marken auf der Unterseite zeigen Stadt und Meister, und eine stabile Patina darf bleiben.
Washi ist japanisches Handpapier aus dem Bast von Kōzo, Mitsumata und Gampi, geschöpft im bewegten Sieb. Es dient in Schiebewänden und in der Restaurierung.
Urushi ist Lack aus dem Saft des ostasiatischen Lackbaums. Er härtet durch ein Enzym in feuchter Wärme, Schicht um Schicht; Europa konnte ihn nur nachahmen.
Terrazzo ist Marmorsplitt in Zement oder Kunstharz, gegossen und glatt geschliffen. Die Quellen verbinden seinen Ursprung mit Venedig und dem Friaul.
Sichtbeton lässt den Abdruck der Schalung als geplante Oberfläche stehen. Mit der Karbonatisierung sinkt sein pH-Wert, und die Bewehrung kann rosten.
Rattan ist der Stamm von Kletterpalmen aus Asien und Afrika. Daraus entstehen Peddigrohr und das Rohrgeflecht im Sitz des Thonet-Stuhls Nr. 14.
Patina auf Kupfer besteht aus Korrosionsprodukten: innen rötliches Oxid, außen grüne Kupfersalze, die erst nach Jahren erscheinen. Messing läuft anders an.
Linoleum besteht aus oxidiertem Leinöl, Kork- oder Holzmehl, Harz und Jute. Frederick Walton meldete den Bodenbelag 1863 zum Patent an.
Leinen wird aus den Bastfasern des Flachses gewonnen: raufen, rösten, brechen, schwingen, hecheln, spinnen, weben. Angebaut wird er vor allem in Westeuropa.
Pflanzlich gegerbtes Leder entsteht mit Tanninen aus Rinde und Holz, früher über Monate in Gruben. Ein EU-Merkblatt nannte 2003 etwa 90 Prozent Chromleder.
Kork ist die Rinde der Korkeiche. Sie wird von Hand geschält, ohne den Baum zu fällen, und nach neun bis vierzehn Jahren erneut geerntet.
Indigo steckt nicht fertig im Blatt: Waid und Indigofera enthalten eine Vorstufe. Gefärbt wird in der Küpe, blau wird der Stoff erst an der Luft.
Filz entsteht ohne Faden, Webstuhl und Klebstoff: Wärme, Feuchtigkeit und Reibung verhaken Wollfasern, deren Schuppen der Bewegung eine Richtung geben.
Email ist fein gemahlenes Glas, im Ofen auf Metall geschmolzen. Es splittert bei Stößen und löst sich, wenn Hitze oder Korrosion den Verbund stören.
Delfter Fliesen sind Irdenware mit weißer Zinnglasur und Kobaltblau, entstanden als Ersatz für chinesisches Porzellan. Nicht alle stammen aus Delft.
Bakelit ist ein Phenolharz, das Leo Baekeland 1907 fand: unter Druck und Hitze gehärtet, nicht wieder schmelzbar, verbreitet in Telefonen und Schaltern.
Farbiges Glas gehört zur Apotheke. Was es leistet, ist weniger klar, als die Gefäße vermuten lassen: eine Materialgeschichte aus Sammlungen und Arzneibüchern.
Stahl und Stein, Platinschwamm, Reibzündholz, Cer-Eisen: Wie aus Chemie und Federmechanik ein Gestaltungsobjekt wurde, das auf dem Tisch steht.
Warum ein dicht gebrannter Scherben, eine Salzglasur und ein passender Deckel zusammengehören: eine Materialgeschichte aus den deutschen Steinzeug-Landschaften.
Über Jahrhunderte hielt sie Schiffe zusammen, dann verschwand sie fast vom Markt. Eine Materialgeschichte der Hanffaser: wo sie heute trägt und wo nicht.
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